Ort der Erinnerung
Ein langgezogener Baukörper auf dem schmalen Grundstück zwischen
Straße und Fluss schwebt über der Bruchsteinmauer und begrenzt
das Dorf Mellau zum Flussraum. Über einen Windfang gelangt man
in die kleine Bar, die als Einraumsituation funktioniert. Auffällig
raumbestimmend ist das zehn Meter lange Sitzfenster, das sich
zum Dorfund Flussraum hin öffnend, einen unmittelbaren Bezug zur
Landschaft schafft und sie auch saisonal erlebbar macht. Umgekehrt
wird der Innenraum über die diskrete Beleuchtung der Bartheke in
Szene gesetzt, sie wird zum abendlichen „Aushängeschild“ des neu
geschaffenen Ortes. Die ausschließliche Verwendung von heimischer
Weißtanne im Innen- und Außenbereich thematisiert die konzeptionelle
Klarheit des Gebäudes. Stein, hochwertiges Rindsleder und
Filzvorhang komplettieren den Raum zu einem stimmigen Ganzen.
Ein minimalistischer Eingriff mit großer Ausstrahlungskraft führt die
Tradition des kleinen Lokals am Fluss weiter. Der selbstbewusste
Bau in Holz bereichert das Umfeld, ohne Zitate an alpenländische
Klischees. Mit reduzierter moderner Formensprache schafft der Bau
einen neuen Ort der kollektiven Erinnerung.
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