Planung:
Mag. Arch. Angelo Roventa
Ausführung:
oa.sys baut, Alberschwende
Signifikantes Ausweichquartier
In der Nordrumänischen Stadt Iasi (Jasch) musste das 1875 von den
berühmten Wiener Theaterarchitekten Helmer und Fellner erbaute
Nationaltheater wegen Renovierung vorübergehend geschlossen
werden. Um das wachsende Kultur- und Theaterleben nicht abreißen
zu lassen, wurde nach einem Ausweichquartier gesucht.
Das Ergebnis ist eine temporäre Theaterhalle in Holzfertigelementen,
aus dem Bregenzerwald quer durch die Alpen und Karpaten in das
Zentrum der Stadt Iasi geliefert, um dort, innerhalb eines Monats, von
2 Arbeitern gemeinsam mit dem Architekten aufgestellt zu werden.
Ein radikal auf die extrem beschränkten ökonomischen
Voraussetzungen reagierendes Entwurfskonzept und eine alle Vorzüge
moderner (Vor-) Fertigungstechnik ausspielende Umsetzung ist das
Ergebnis: Das Luftvolumen eines überhohen (11,5 Meter) Innenraums
hat die Lüftungs- und Klimatechnik ersetzt und die Baukosten um ein
Drittel verringert. Eine schwarze Folienhülle als Fassade schafft eine
„black box“ von signifikanter städtebaulicher Präsenz, dem Theater
Aufmerksamkeit und Zulauf und der Konstruktion und Holzbauweise
Beachtung. Mit dem geplanten Ab- und Wiederaufbau der gesamten
Halle in einem anderen Teil der Stadt, nach der abgeschlossenen
Altbau-Renovierung, wird ein zusätzliches Holzbaupotenzial und
Argument manifest: Nachhaltigkeit durch Um- und Nachnutzung!
Insgesamt werden mit diesen Bauwerken, die in Jahrzehnten
verfeinerten (Vorarlberger) Holzbautugenden exportiert: Pragmatik,
Wirtschaftlichkeit und höchste Problemlösungskompetenz.
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