Planung:
cukrowicz nachbaur architekten, Bregenz
Ausführung:
Zimmerei Berchtel, Schnifis &
Zimmerei Heiseler, Sonntag &
Nigsch Holzbau, Blons
Rund um ökologisch
Das neue Gemeindezentrum Sankt Gerold stellt in einer
traditionsgeprägten Alpenlandschaft einen etwas fremden
Baukörper dar. Es ist wohl eine Kiste, aber was für eine! Der erste
viergeschossige Holzbau Vorarlbergs, mit einer Liftkonstruktion
und -auskleidung aus Leimholz, gebaut aus lokalem Holz nur von
heimischen Firmen und rundum ökologisch.
Straßenseitig ragen nur zwei Stockwerke heraus. Ein Dorfladen steht
im Erdgeschoss, die Holztreppe führt nach oben zum Rathaus.
Im Hang eingegraben, zur Landschaft hin orientiert, liegen
Kindergarten und Spielgruppe. Innen wie außen ist das Bild des
Gebäudes von der Weißtanne geprägt. Konstruktion und Fassade
wurden mit Hölzern aus dem gemeindeeigenen Wald hergestellt;
Boden, Wand und Decken aus Bäumen, die in Vorarlberg wuchsen.
Die Verwendung lokaler Baustoffe reduziert nicht nur die
Stoffkreisläufe und dadurch die graue Energie, sie fördert auch die
lokale Wirtschaft und stärkt die regionale Identität.
Alle Materialien wurden auf sämtliche bedenkliche Schadstoffe im
Herstellungsprozess geprüft und ihr Einbau wurde vor Ort kontrolliert.
Drei Potenziale wurden unter die Lupe gestellt: Primärenergiegehalt,
Co2-Emissionen und Versäuerung. Dabei wurden ausschließlich
PVC-, H-, FCKW- und HFKWfreie Baustoffe verarbeitet sowie
Schafwolle und Holzfaserdämmungen statt Mineralwolle verwendet.
Die Energiekennzahl des kompakten Baus beträgt nur 10,7 kWh/m²a
und ist damit deutlich unter der Grenze des Passivhausstandards.
Dieses, im Rahmen des Interreg IIIa realisierte Pilotprojekt, ist auch
der erste als Passivhaus zertifizierte öffentliche Bau Vorarlbergs.
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