Innovation durch Reduktion
Aufgabe war hier, auf 2400 m Höhe eine Unterkunft für Bergsteiger
anstelle einer baufälligen Schutzhütte zu errichten. Statt
einem großen Hotel mit hohem Komfort und technologischem
Schnickschnack an dieser privilegierten Stelle mit Blick auf Gipfel und
Gletscher der Zillertaler Alpen zu stellen, entschloss sich der Architekt
zu einem minimalen Eingriff. Dort wo die 100 Jahre alte Holzhütte
gebaut wurde, steht jetzt ein kompakter Bau aus Brettsperrholz, der
nur im Sommer genutzt wird und deswegen nicht wärmegedämmt
wurde. Tiefer im Gelände liegt ein kleines, gut gedämmtes
Winterquartier für Selbstversorger.
Das an eine Ost-West-Achse lang gestreckte zweigeschossige
Hauptgebäude kragt über einen mit Steinen verkleideten Betonsockel
heraus. Die Nordfassade ist ganz geschlossen; die Südseite dagegen
mit vielen vertikalen Fenstern und einer vorgelagerten Sonnenterrasse
versehen. Im Erdgeschoss öffnet sich die östliche Giebelseite zu einem
Panoramafenster.
Die 350 Bauteile – überwiegend Brettsperrholzelemente für
Außen- und Innenwände, Decken und Dach – wurden per Helikopter
geliefert und in drei Tagen montiert. Die Fensterrahmen sind aus
tauchimprägnierter Fichte; die Schindelung aus unbehandelter
Fichte für die Fassaden und aus Lärche auf dem Dach. Die zwei
bescheidenen Bauten wurden in dieses zu behütende Naturdenkmal
empfindsam eingefügt und werden vielleicht auch, wie die alte Hütte,
100 Jahre lang dort ruhen.
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